17.07.10 - FULDA - Alle Bemühungen, zum 100. Jahrestag der Nobel-preisverleihung an einen der "berühm-testen Söhne Fuldas", Prof. Ferdinand Braun, eine eigene "Braun-Briefmarke" zu kom-men, sind im Vorfeld gescheitert. Doch die Stadt Fulda hat nicht locker gelassen und präsentiert in zehn Tagen eine Art Kompromiss: ein aufwändig gestaltetes Briefkuvert mit aufge-druckter Braun-Briefmarke, der vom "Gelben Dienst" hergestellt wird. Die Premiere für die Präsentation soll am 28. Juli sein, wenn Fuldas Oberbürgermeister Gerhard Möller den Umschlag und die "Briefmarke" mit Ferdinand Braun-Motiv zur Nobelpreisverleihung an den Fuldaer Erfinder vor 100 Jahren vorstellt. Und dabei dürfte noch etwas Stolz in der Tatsache begründet liegen, dass der Entwurf für diesen "Braun-Erinnerungsumschlag" von Schülern der Ferdinand-Braun-Schule gestaltet wurde.
Es handelt sich um ein spezielles "Produkt", das unter dem Namen "plusbrief individuell" verkauft wird. Dabei kann sich Jedermann nicht nur einen selbstgestalteten Umschlag drucken lassen, sondern indivuell auch eine Briefmarke etwa mit seinem eigenen Porträt. Es ist alles nur eine Frage der Kosten (www.plusbrief-individuell.de ). Eine separate Briefmarke gibt es also nicht. Die Stadt Fulda hat von dem "Braun-Umschlag" mit Briefmarke 1.500 Exemplare drucken lassen.
Philatelistische Rarität erinnert an Braun
Was erinnert zurzeit an einen der berühmtesten Söhne Fuldas? Die nach Ferdinand Braun benannte Schule, ein Denkmal vor der Hochschul- und Landesbibliothek und ab sofort ein aufwendig gestaltetes Briefkuvert mit aufgedruckter Briefmarke. Am 28. Juli um 18 Uhr können philatelistisch Interessierte das Ergebnis eines Gestaltungswettbewerbs der Ferdinand Braun Schule im mittleren Vestibül des Schlosses bewundern, wo Fuldas OB und Kulturdezernent Gerhard Möller eine kleine Ausstellung mit den Wettbewerbsarbeiten und Informationen zu Ferdinand Braun als „Nachlese“ zum Jubiläum „100 Jahre Nobelpreisverleihung an Ferdinand Braun“ eröffnen wird.
Glücksfall
Im vergangenen Jahr war die Idee entstanden, eine eigene Briefmarke herauszugeben, nachdem keine Chance bestand, mit dem „Braun-Jubiläum“ in den Pool der jährlich von der Post herausgegebenen Sonderbriefmarken zu kommen. „Der Gelbe Dienst bot eine andere ebenso reizvolle Lösung an, die wir gerne aufgegriffen haben, nämlich einen Umschlag mit Briefmarke selbst zu kreieren und über die Post aufzulegen“ sagt Möller und fügt hinzu, schnell sei der Gedanke gekommen, die Ferdinand Braun Schule bei der Gestaltung einzubinden. Ein Glücksfall für die Stadt. Denn inzwischen gibt es einen von den Schülern sehr hübsch gestaltetes Briefkuvert mit aufgedruckter Marke im Wert von 55 Cent, die Bezug zu Ferdinand Braun und dem besonderen Jubiläum, der Nobelpreisverleihung vor inzwischen mehr als 100 Jahren an den Fuldaer Wissenschaftler und Tüftler, nehmen.
„Den Gewinnern des Gestaltungswettbewerbs, Laura Schneider, Nakia Hommel und Christopher Vogt, bin ich für Ihre Kreativität sehr dankbar,“ lobte Möller. Professioneller hätte auch eine Agentur in der Umsetzung nicht sein können. Aber auch der Schulleitung um Leiter Oberstudiendirektor Ekkehard Kratzer und Studiendirektor Helmuth Heid sowie den beteiligten Fachlehrern Möller und Sander spendierte der OB für die „tatkräftige Unterstützung bei diesem Projekt“ ein dickes Lob. „Ohne ihr Engagement hätten wir Umschlag und Briefmarke nicht realisieren können.“ Stellvertretend für Möller hatte sein Persönlicher Referent Michael Schwab kürzlich die Preise an die Gewinner des Wettbewerbs während einer Abschlussfeier an der Ferdinand-Braun Schule übergeben. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Fachoberschulklassen FOG 1 und 2 hätten zum Finale ihrer schulischen Ausbildung wesetlich dazu beigetragen, das Bild Brauns auf sehr elegante und ansprechende Weise zu bewahren. „Auf unkonventioneller Weise tragen wir künftig seinen Ruf in die Welt hinaus.“
Tagesstempel zur Präsentation
Am Mittwoch, 28. Juli, sind sämtliche Arbeiten sowie insbesondere die Siegerarbeiten zu bewundern. Außerdem wird zur Ausstellungseröffnung der Gelbe Dienst offiziell den Umschlag an OB Möller übergeben und für Philatelisten die Möglichkeit bieten, das Sammlerstück, das es zunächst nur zur offiziellen Premiere der Herausgabe zu kaufen gibt, mit einem Tagesstempel zu versehen. Auf diesen Termin freue er sich in doppelter Hinsicht, betont Fuldas Verwaltungschef: Denn er steht einerseits für die gute Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Ferdinand-Braun Schule. „Andererseits ist es uns mit dieser philatelistischen Rarität gelungen, ein bleibendes Erinnerungsstück an einen großen Sohn unserer Stadt zu schaffen.“ +++
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